Deutsches Institut für Erinnerungskultur
Die Kinder der toten Stadt - Musikdrama gegen das Vergessen

Weblinks

Die Stiftung - erinnern emöglichen

 

 

Referenzen

Ausstellungen

Sonderausstellung in Essen (Zeche Zollverein)
am Unesco Weltkulturerbetag 06.06.2010

Unesco Weltkulturerbe-Tag


 

Unesco Ausstellung Paris 2010

 

 

Unesco Ausstellung Paris 2010

 

Unesco Ausstellung Paris 2010

 


 

Kofferausstellung Essen

Kofferausstellung Essen 2010

Auszeichnungen

Prämierung Museumskoffer am Welterbetag 6. Juni 2010

Museumskofferprämierung UNESCO Welterbetag 6. Juni 2010

 

Presseecho 2012

 

 

Schulinformation Paderborn 1. Juni 2012

Individuelle Förderung - Heft 1 der Schulinformationen Paderborn

Schulinformationen Paderborn 1-2012

Download-Link des Hefts 1-2012

 


 

Neue Westfälische 07 - Gütersloh, 31.05.2012:

Unbeschreibliche Dimension / In Auschwitz erleben Gymnasiasten,
Eltern und Lehrer deutsche Geschichte hautnah

Presseartikel NW GT 31. Mai 2012

Presseartikel NW GT 31. Mai 2012

 


 

Stimberg Zeitung  10.03.2012 (Online)

Vorbereitung auf Polen-Reise

Auschwitz-Koffer beeindruckt Realschüler

Von Tamina Urbaniak am 10. März 2012 16:08

OER-ERKENSCHWICK. Zahlen, Daten, Fotos und Abbildungen in Geschichtsbüchern schön und gut. Wenn aber Sarah Kass (32) ihren „Auschwitz-Koffer“ auspackt und eine Emaille-Tasse wie aus den Schindler-Werken oder ein Amulett mit Davidstern zum Vorschein kommen, dann ist das tausendmal beeindruckender.

SKass Stimberg Zeitung

Arbeiten mit dem »Auschwitz-Koffer«: Die Diplom-Pädagogin Sarah Kass (l.) veranschaulicht anhand dieser besonderen Sammlung den Schülern der Realschule - Madleen Adam, Ricarda Klose, Kristin Schwarzhoff, Katja Heyn und Jendrik Lohmann (v.r.) Einzelschicksale des Holocaust.

Schüler der Stufe zehn an der Christoph-Stöver-Realschule fahren regelmäßig nach Auschwitz und besichtigen dort unter anderem das ehemalige Konzentrationslager; beschäftigen sich eingehend mit Holocaust und Nationalsozialismus.
Zur Vorbereitung dieser Fahrt – 19 Schüler reisen mit ihren Lehrern Katharina Piechota und Achim Kiel im Mai nach Polen – war die Diplom-Pädagogin Sarah Kass zu Besuch in der Stufe zehn. Sie schreibt zurzeit an der Uni Paderborn ihre Doktorarbeit über Kinderzeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt, ist also eine Fachfrau der Materie.

Fotos liegen im Koffer, ein wenig Bettwäsche, ein Zierteller mit aufwändigen Malereien, ein knapp 100 Jahre altes Zelluloid-Püppchen. „Ich habe mit Zeitzeugen gesprochen, was sie in ihren Koffern mitgenommen haben“, erklärt Sarah Kass. Diese Gegenstände hat sie dann sozusagen nachgekauft: „Bei Ebay in Polen oder auf dem Trödelmarkt in Tschechien zum Beispiel.“

Weitere Infos: www.sarah-kass.de

 


 

Stimberg Zeitung  10.03.2012 (Print)

Auschwitz kormmt im Koffer zu Realschülern

Dipl.-Pädagogin bereitet Zehntklässler auf Polenreise vor

StimbergZeitung10032012

Arbeiten mit dem "Auschwitz-Koffer": Die Diplom-Pädagagogin Sarah Kass (l.) veranschaulicht anhand dieser besonderen Sammlung den Schülern der Realschule - Madleen Adam, Ricarda Klose, Kristin Schwarzhoff, Katja Heyn und Jendrik Lohmann (v.r.)  Einzelschicksale des Holocaust.

- FOTO: URBANIAK

OER-ERKENSCHWICK. (tu)

Zahlen, Daten, Fotos und Abbildungen in Geschichtsbüchern schön und gut. Wenn aber Sarah.Kass (32) ihren ,,Auschwitz-Koffer" auspackt und eine Emaille-Tasse wie aus den Schindler-Werken, ein Büschel Haare oder ein Amulett mit Davidstern zum Vorschein kommen, dann ist das tausendmal beeindruckender.

Schüler der Stufe zehn an der Christoph-Stöver-Realschule fahren regelmäßig nach Auschwitz und besichtigen dort unter anderem das ehemalige Konzentrationslager; beschäftigen sich eingehend mit Holocaust und Nationalsozialismus.

Diese Fahrt - 19 Schüler reisen mit ihren Lehrern Katharina Piechota und Achim Kiel im Mai nach Polen - will eingehend vorbereitet werden, und daher war die Diplom-Pädagogin Sarah Kass zu Besuch in der Stufe zehn. Sie schreibt zurzeit an der Uni Paderborn ihre Doktorarbeit über Kinderzeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt, ist also eine Fachfrau der Materie.

,,Manche gucken aber eigentlich fröhlich", sagt Jendrik Lohmann, als er Schwarz-Weiß-Fotos von KZ-Häftlingen aus dem Koffer nimmt und betrachtet. „Ja", sagt Sarah Kass, „Die ahnen auch nichts..." Fotos liegen im Koffer, ein wenig Bettwäsche, ein Zierteller mit aufwändigen Malereien, ein knapp 100Jahre altes Zelluloid-Püppchen. „Ich habe mit Zeitzeugen gesprochen, was sie in ihren Koffern mitgenommen haben", erklärt Sarah Kass. Diese Gegenstände hat sie dann sozusagen nachgekauft: ,,Bei Ebay in Polen oder auf dem Trödelmarkt in Tschechien zum Beispiel."

Die Idee mit dem Koffer kam übrigens wie folgt zustande: Es galt, Museumskoffer zur UNESCO –Weltkulturerbestätten zusammenzustellen. „Es ist natürlich schöner, etwa zum Wattenmeer einen Koffer zu machen", sagt Sarah Kass, die sich dennoch dem ,,unbequemeren" Ort Auschwitz widmete. Nachdem die Doktorandin während des Kulturhauptstadtjahres den Koffer in Essen vorgestellt hatte, griff die Stiftung ,,Erinnern ermöglichen" - sie finanziert zum Teil die Klassenfahrt der Realschüler - die Idee auf und schickt seither Frau Kass quer durch die Schulen des Landes.

@ www.sarah-kass.de

 


NW PADERBORN 14.02.2012

Kinderzeichnungen aus Theresienstadt
Sarah Kass im Pelizaeus-Gymnasium

Paderborn. Zur Zeit des Nationalsozialismus diente die ehemalige Garnisonsstadt Theresienstadt in der Nähe von Prag für mehr als 140.000 Menschen als Ghetto. Unter diesen Menschen in Theresienstadt waren 15.000 Kinder.
Ihre Zeichnungen, die sie dort angefertigt haben, sind für viele von ihnen das Einzige, was heute noch an sie erinnert. Erwartet man bei den Kinderzeichnungen aus Theresienstadt, dass sich das grausame Leben im Ghetto in den Zeichnungen widerspiegelt, so irrt man.
Sarah Kass, geb. 1980, studierte Diplompädagogik an der Universität Paderborn und war bisher an verschiedenen Schulen und pädagogischen Einrichtungen tätig. Zur Zeit schreibt sie an der Universität Paderborn ihre Dissertation im Bereich der Erinnerungskultur.
 Außerdem arbeitet sie freiberuflich für "Die Stiftung", die Jugendlichen aus NRW Reisen nach Auschwitz finanziell ermöglicht. Am Dienstag, 28. Februar, bereitet Sarah Kass die Teilnehmer mit ihrem Projekt "Ein Koffer für die Kinder in Auschwitz" auf diese Gedenkstättenfahrt vor. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Aula des Pelizaeus-Gymnasiums. Alle Interessenten sind eingeladen.

www.sarah-kass.de
Die Referentin: Sarah Kass bereitet auf die Fahrt nach Auschwitz vor.

Presseecho 2011

Westfalen Blatt

Ausgaben in OWL: 18.10.2011

Ausgabe Schloß-Holte-Stukenbrock 15.10.2011

Presseartikel Westfalen Blatt im Oktober 2011

Presseartikel Westfalen Blatt im Oktober 2011

 

Greifbare Geschichte

Stiftung unterstützt Studienfahrten


S c h l o ß H o l t e - S t u k e n b ro c k (WB).
Der Zugang zu dem, was während des Zweiten Weltkrieges
im Konzentrationslager Auschwitz- Birkenau passiert ist,
funktioniert nur durch die Dokumentation von Einzelschicksalen.

 

Davon ist Diplom-Pädagogin Sarah Kass überzeugt. Während des Antifa-Workcamps
in Stukenbrock Anfang September hatte sie ein Referat über Kinderzeichnungen aus
Theresienstadt gehalten (wir berichteten) und für Betroffenheit gesorgt. Schüler schauen
der Diplom-Pädagogin Sarah Kass &¨ber die Schulter, wenn sie den fast siebzig Jahre alten
Koffer öffnet.Im mittleren Kofferdeckel fällt ihnen sofort ein Schwarz-Weiß-Foto des
Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ins Auge. Drumherum sind Kinderfotos, ein
Geburtszeugnis, eine Eintrittskarte für ein Kaffeehaus von 1944, eine Arbeitskarte und
Auszüge von Sparkonten aufgeklebt. Der Kofferinhalt besteht aus Puppen unterschiedlicher
Größen, einer Tüte voller Haare, einem Geldschein, dem Leuchter Menora, Steinen, einem
Poesiealbum, einer Decke und einem Buch. Die Technik aus der heutigen Zeit kommt auch
zum Einsatz. Mit einem digitalen Fotorahmen werden Bilder von Kindern eingeblendet,
die in Auschwitz ermordet wurden.
Dazu spielt Musik von Mordechaj Gebirtig und Bente Kahan.
Womit die angehende Doktorandin nach ihrer 90-minütigen Unterrichtsstunde nicht
gerechnet hatte: Plötzlich bricht eine Schülerin in Tränen aus. »Und ich mache mir
Gedanken darüber,  was ich morgen anziehen soll«, verschieben sich sofort die Prioritäten.
Sarah Kass vertritt die Interessen der Stiftung »Erinnern Ermöglichen «.
Die Stiftung ermöglicht es Schulgruppen oder Vereinen, mit einem großzügigen
Kostenzuschuss Studienfahrten nach Auschwitz zu unternehmen. Der persönliche
Eigenanteil ist mit rund 30 Euro gering. »Derzeit kommt nur NRW in diesen Genuss«,
sagt Sarah Kass.  Sie kommt mit ihrem Koffer und einer informativen
Unterrichtsdoppelstunde dann zum Einsatz, wenn sich eine Gruppe
für eine Fahrt entschieden hat. »Es lohnt sich«, verspricht die Doktorandin.

 

Interessierte können sich bei ihr unter der Telefonnummer 0170/9 73 16 66,
E-Mail contact@sarahkass. de melden.
Informationen über die Studienreisen gibt es im Internet.

 

(Bild):
Anders als in einem Film oder einer Dokumentation sind die Zeugnisse der
Vergangenheit in Sarah Kass' Koffer greifbar. Die Diplom-Pädagogin bietet zur
Vorbereitung bei Studienfahrten nach Auschwitz Unterrichtsstunden an.
Foto: Renate Ibeler

 

 


 

Neue Westfälische 5.09.2011

nw05092011

Bei der Friedhofspflege Geschichtelernen

Schüler säubern Italienische Soldatengräber

Schloß Holte- Stukenbrock (yan).

Dass auf dem Gebiet des Soldatenfriedhofs in Stukenbrock-
Sennesowjetische Kriegsgefangene der Wehrmacht begraben
liegen ist hinlänglich bekannt.
Dass eine Gehminuteweiter, auf der anderen Straßenseite,
auch Gräber für italienische Kriegsgefangene existieren,
wissen dagegen die Wenigsten.
Dies kann zum einen daran liegen, dass die Verstorbenen vor
vielen Jahren auf einen Friedhof in Hamburg umgelagert wurden.
Ein anderer Grund für die Unkenntnis könnte aber sein,
dass der Pfad, der zum ehemaligen Friedhof führt, fast unkenntlich
ist. Um das zu ändern, taten sich am vergangenen Samstag
zum wiederholten Male Schüler einer Gesamtschule in Dormagen
mit Schülern ihrer Moskauer Partnerschule zusammen,
um den Italienerfriedhof zu reinigen.
Was zum einen den Friedhof sichtlich instand hält, ist für
Uwe Koopmann außerdem eine Gelegenheit, seinen Schülern
die Geschichte näher zu bringen.
„Wir können ihnen ja keine dicken Wälzer in die Hand drücken“,
sagt der Geschichtslehrer schmunzelnd.
„Die Arbeiten am Friedhof sind eine gute Möglichkeit,
auch lesefaulen Schülern die Historie näher zu bringen“,
sagt Koopmann.
Die Kommunikation ist dabei oftmals trilingual:
Seine Schützlinge unterhalten sich auf Russisch, Deutsch,
Englisch und manchmal sogar auf Französisch.
Dieses Jahr säuberten die Schüler wieder den Pfad zum Friedhof,
befestigten locker gewordene Platten und platzierten selbstbemalte
Steine am Rand des Pfades.

 

(Bild1):
Ziert nun den Pfad: Niko Hutsch (12)
zeigt seinen selbstbemalten Stein.

 

(Bild2):
Deutsch- russische Freundschaft:
Ilja Lang (15, rechts) dolmetscht für seine
russischen Partnerschülerinnen
Galinaund Evgenia (beide 14).

 


 

 

Zusammen gegen Rechts

Auschwitz- Überlebender referiert in der Senne

 

VON YANNICK RAMSEL
Schloß Holte- Stukenbrock.

104946. Diese sechs Zahlendefinieren Hugo Heinemanns Leben.
Sie gehören zu seinem Alltag wie für andere das Zähne
putzen – es ist die Nummer, die ihmimKonzentrationslager tätowiert
wurde. Heinemann ist einer der letzen AuschwitzÜberlebenden
und nahm sich am vergangenen Wochenende Zeit, im Rahmen des Antifa
Workcamps in Stukenbrock- Senne über sein Leben zu berichten.
Es ist ein ungewöhnlich lauer Septemberabend. Eine Gruppe
von50überwiegend jungenMenschen hat sich in einem Halbkreis
nahe des sowjetischen Soldatenfriedhofes in Stukenbrock-
Senne auf Holzbänken niedergelassen.
Sie alle sind Teilnehmer des Antifa Workcamps, das bereits
seit 1997 vom antifaschistischen Kreisplenum Gütersloh
veranstaltet wird. Für Samstagabend haben die Organisatoren
HugoHeinemanneinen der letzten noch lebendenHäftlinge des
Konzentrationslagers Auschwitz eingeladen.
Als sich der 86- J&¨hrige hinter seinem improvisierten
Rednerpult niederlässt, verstummt jedes Gespräch.
Heinemann erzählt chronologisch:
1924 in Bochum geboren, berichtet er zuerst über seine
Kindheit als Sohn einer Jüdin.
„Wir Kinder haben uns bei alle dem, was damals vor sich ging,
nichts gedacht“, sagt Heinemann. Seine Mutter wurde 1941
nach Riga verschleppt, kurze Zeit später „verschwand“ auch
sein Bruder Max. Zwei Jahre danach konnte auch Hugo sich der
bedingungslosen Deportation Deutscher Juden nichtmehr entziehen:
Er wurde von den Nationalsozialistennach Auschwitz gebracht.
„Es ist schon erschreckend, was Herr Heinemann uns heute berichtet
hat. Seine Geschichte sollte als abschreckendes Beispiel
für jegliche Form von Rassismus heutzutage dienen“, sagt
Patrick Müller (Name geändert).
Der 15- jährige ist mit einigen andern Jugendlichen über
die sozialistische Jugendorganisation „Die Falken“ auf das
Camp aufmerksam geworden. „Es macht Spaß und ist für uns
ein Einstieg in die Antifa Arbeit“, sagt der Gymnasiast. „Links,
Rechts, Links, Rechts“ habe es bei der Einlieferung in das Lager
geheissen, sagt Heinemann. Als er allerdings aufgrund einer
Handverletzung nicht mehr arbeiten konnte, kam er irgendwann
frei. „Erst ganz spät“, habe ihr Vater angefangen, über das
Erlebte zu sprechen, sagt Roswitha Heinemann, die an diesem
Abend neben ihrem Vater sitzt.
Ob sie sein Erbe weiterführen werde, wisse sie nicht. „Das ist
eine sinnvolle Frage, über die Ich noch gar nicht nachgedacht
habe“, sagt die 57- Jährige.

 

(Bild1):
Findet es wichtig, dass junge Leute über Faschismus aufgeklärt werden:
Patrick (15) engagiert sichzusammenmit seinen Freunden gegen rechten
Extremismus. Zum AntifaWorkcamphatten sie Zelte mitgebrachtund
neben reichlich Theorie auch Spaß.

 

 

„AntifaWorkcamp“


Schon seit 35 Jahren findet das Antifa Workcamp auf
dem Gelände des sowjetischen Soldatenfriedhofs
statt. Das Camp hat sich auf die Fahne geschrieben, Menschen
aller Altersklassen, die sich gegen RechtsextremismusundRassendenken
engagieren möchten, zusammenzubringen.
Entstanden ist das Camp aus Mahnwachen, die in den 60er Jahren auf
Grundvon Schändungen auf demFriedhof ins Leben gerufenworden waren.
-ram

 


 

Presseartikel "Die Glocke" vom 5.09.2011

 

dg05092011

 

Demonstrationen in Dortmund
sind auch in der Senne Thema

 

Schloß Holte-Stukenbrock (ibe).

Eigentlich wären die Teilnehmer des Antifa-Workcamps in
Stukenbrock auch gern nach Dortmund gefahren. Tausende
von Demonstranten hatten dort am Samstag gegen den Aufmarsch
von circa 700 Rechtsextremen protestiert.
„Die Friedensarbeit in Stukenbrock ist uns aber genauso wichtig“,
sagte ein Sprecher des Antifaschistischen Kreisplenums Gütersloh,
das seit 1997 den Workshop mit Diskussion und Vorträgen
auf dem großen Rasenplatz am sowjetischen Friedhof organisiert.
1967 waren es noch Mahnwachen, die eine weitere Schändung
des Friedhofs durch Rechtsextremisten verhindern wollten.
Auch am Wochenende waren die Camper wieder wachsam.
Die Stimmung hätte besser nicht sein können.
Mit dem heißen Sommerwetter hatte niemand gerechnet.
So genossen die Friedenskämpfer zusätzliche Sonnenbäder
und ausgelassene Fußballspiele.
Im Mittelpunkt stand am Samstagabend ein Vortrag der
Pädagogin und Doktorandin Sarah Kass. Sie hatte Zeichnungen
der in Theresienstadt inhaftierten Kinder mitgebracht. Allerdings
nicht im Original. Die rund 6000 Werke auf 5800 Zeichenblättern –
weil zum Teil doppelseitig bemalt – stehen ihr nur in digitaler Form
zur Verfügung. Zeitzeuge Martin Glas aus Prag, der erst kürzlich
verstarb, hat sie Sarah Kass geschenkt.
Sie stammen von der Kunstlehrerin Friedel Dicker-Brandeis, die
die Kinder heimlich unterrichtete und dafür sorgte, dass die Zeichnungen
– auch heimlich – in das Prager Museum gelangten. Außergewöhnlich
ist dabei das Normale: Die Kinder malten ausschließlich
die heile Welt, die sie kannten und auf die sie hofften.
Mit ihrem noch neuen Projekt „Museums-Koffer für Auschwitz“
ist die Doktorandin in Schulen unterwegs und macht
Werbung für die Stiftung „Erinnern – Ermöglichen“.
Studienfahrten nach Auschwitz werden finanziell großzügig unterstützt.
„So eine Fahrt lohnt sich“, sagte Kass.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die Erzählungen
des 86-jährigen Hugo Heinemann aus Rheda-Wiedenbrück.
Er war in Auschwitz inhaftiert.

 

(Bild1): Doktorandin Sarah Kass hatte Kinderzeichnungen aus der Zeit
der Inhaftierten in Theresienstadt mitgebracht.

 

 


 

Presseartikel "Die Glocke" vom 5.09.2011

Zeitungsartikel der Glocke Blumen für Stukenbrock

„Blumen für Stukenbrock“

Erinnerungen an die Gräueltaten der Nazi-Diktatur

 

Holte-Stukenbrock (ibe).
„Unser Planet ist unser gemeinsames Haus. Leider haben die
Menschen friedliches und gemeinsames Leben immer noch
nicht kennengelernt“, hat Dr. Natelia Timofeeva von der staatlichen
pädagogischen Universität Woronesch in ihrem Grußwort gesagt.
Die Russin war am Samstagnachmittag eine von vielen
Ehrengästen, die anlässlich der Mahn- und Gedenkveranstaltung
des Arbeitskreises „Blumen für Stukenbrock“ auf dem Soldatenfriedhof
in Stukenbrock-Senne treffende Worte fand.
Bereits seit 1967 initiiert der Arbeitskreis am Antikriegstag
diese Form der Erinnerung.
An den Gräbern der durch den nationalsozialistischen Terror ermordeten
sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern wird
das Grauen der damaligen Zeit Jahr für Jahr erneut in Erinnerung
gerufen. „Man muss die Geschichte im Herzen tragen, um
weiterzukommen“, sagte Dr. Peter Strutynski vom Kasseler Friedensforum
und erntete dafür spontanen Beifall.
Aufgrund des herrlichen Sommerwetters waren zahlreiche Besucher
auf den Ehrenfriedhof gekommen. Sie legten Kränze und
Blumen nieder, um ihrem Willen Ausdruck zu verleihen, das Geschehene
in dem Gefangenenlager nie zu vergessen.
Der Vorsitzende Hubert Kniesburges vom Arbeitskreis blickte
in seiner Rede auf die Ereignisse des 22. Juni 1941 zurück: „Ein
klarblauer Himmel versprach an diesem Sonntag einen schönen,
warmen Start in den Sommer. Überall in der damaligen Sowjetunion
freuten sich die jungen Menschen auf die traditionellen
Schulabschlussferien. Doch der herrliche Sommertag wurde sehr
schnell blutrot eingetrübt durch Artilleriefeuer und Bombardements.
Niemand wollte so recht glauben, dass an diesem Morgen
das Leben in Frieden abrupt beendet war. Von nun an waren die
Menschen gezwungen, ihr Recht auf Leben zu verteidigen und dafür
zu sterben.“
Mikhail Korolev, Senior Konsul im Generalkonsulat der russischen
Föderation in Bonn, schloss sich den Worten an und dankte
dem Arbeitskreis für sein außergewöhnliches Engagement. Weitere
Redner waren Willi Hoffmeister und Jochen Schwabedissen
vom Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“. Für den musikalischen
Rahmen sorgte Gitarrist und Sänger Achim Bigus.
Der Weltfriedens- oder Antikriegstag ist ein Gedenktag.
Er wird in der Bundesrepublik seit 1966 zelebriert. Er erinnert an
den Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Angriff der Wehrmacht
auf Polen am 1. September 1939.

 

 

(Bild1):
Eine Studentengruppe aus dem russischen Woronesch war mit ihren Begleiterinnen
Dr. Natelia Timofeeva und Dr. Susanne Willems aus Berlin angereist. Bilder: Ibeler

 

(Bild2):
Bei der Blumen- und Kranzniederlegung: Vertreter
der Linken aus Bielefeld.


(Bild3):
Eine russische Austausch-Schülerin aus Dormagen
verlas ein Grußwort.

 


Presseecho 2010

Ruhr.2010 danach.

"Europäische Kulturhauptstadt. Eindrücke – Meinungen – Ausblicke"
Herausgegeben von Bertram von Hobe, Wilm Herlyn und Michael Braun

 

 

ISBN: 978-3-936083-17-0

ISB-Verlag
Taschenbuch: 134 Seiten
Auflage: 1. Auflage 2010

http://www.isb-verlag.de/buecher_ruhr-201